Angedacht

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„Einfach da sein…“

Gedanken über Achtsamkeit

In einem Interview hat der Musiker Lenny Kravitz davon berichtet, wie er die Besucher seiner Konzerte erlebt. Dabei erzählte er davon, dass sich bei seinem ersten Lied stets das gleiche Szenario abspielen würde.

Die Besucher zücken ihre Smartphones und machen Fotos oder filmen seinen Auftritt. Daraus schließt er, dass es ihnen wichtiger sei zu dokumentieren, dass sie bei dem Konzert seien, als einfach nur da zu sein.

Über das Nutzungsverhalten von Smartphones gibt es Studien ohne Ende, die hier nicht weiter kommentiert werden müssen. Vielmehr hat mich die Bemerkung, dass es wichtiger sei, einfach nur da zu sein, angesprochen.

Wie oft bin ich zu einem besonderen Anlass an einem besonderen Ort – und bin mit meinen Gedanken schon wieder ganz woanders? Wie oft driften meine Gedanken an den Stellen ab, wo ich mich einfach zurücklehnen könnte um den Moment zu genießen?

Wie oft gehe ich schon, während ich eigentlich noch sitze? Wie oft rede ich in meinen Gedanken schon, wo ich eigentlich noch hören will? Wie oft bin ich schon am Ziel, während ich mich eigentlich noch auf dem Weg befinde. Einfach nur da sein…!?

Einfach nur da sein könnte aber auch bedeuten, dass ich gedanklich bei dem, was mir mein Gegenüber sagen will, nicht schon bei dem, was ich verstehen möchte, was ich vermute oder gar befürchte, was er meinen könnte, bin.

Einfach nur da sein ist eine Form von Achtsamkeit. Achtsam sein auf den Moment, auf mein Gegenüber, auf das Erlebnis.

Wenn ich mich auf Gott besinne, sein Wort auf mich wirken lasse, dann möchte ich auch nur da sein. In dem Wort selbst, in dem, was der Herr mir sagen will. Gott zu erleben, weil er da ist und ich diesen Moment mit ihm auskosten darf. Einfach nur  so.

In diesem Sinne wünsche ich allen Lesern eine gesegnete Zeit!

Manuel Bendig