Angedacht

Danken und loben, bitten und flehn

„Sorgt euch um nichts, sondern in allen Dingen lasst eure Bitten in Gebet und Flehen mit Danksagung vor Gott kundwerden!“ (Philipper 4,6)

„Es herrscht eine Hungerkrise: Weltweit sind laut dem letzten Jahresbericht der Welthungerhilfe rund 828 Millionen Menschen unterernährt. Nach Berechnungen des World Food Programme (WFP) stehen rund 50 Millionen Menschen in 45 Ländern am Rande einer Hungersnot. Allein in den fünf am härtesten getroffenen Staaten leben nach WFP-Angaben 882.000 Menschen in Hungersnot-ähnlichen Situationen, was zehnmal mehr Betroffene wären als noch vor fünf Jahren. Besonders gefährdet sind die Menschen im von einer Dürre heimgesuchtenOstafrika. Vier Regenzeiten in Folge sind in den Ländern am Horn von Afrika ausgeblieben, die Ernten liegen in den betroffenen Gebieten 60 bis 70 Prozent unter dem Normalwert. In Äthiopien leben aktuell 401.000 Menschen in einer Hungersnot-ähnlichen Lage, in Somalia213.000, 87.000 im Südsudan sowie 161.000 im Jemen und 20.000 Menschen im asiatischen Afghanistan“ (https://www.zeit.de/politik/ausland/2022-08/hungersnot-ostafrika-hitze-duerre-ukraine-krieg).

Ich bin nicht unterernährt. Ich leide an keinem Tag Hunger. Ich muss mir keine Sorgen um meine Ernte machen. Ich hatte in diesem Sommer nicht mehr Durst als sonst, obwohl auch Deutschland von einer Dürre heimgesucht wurde. Ich muss nur den Wasserhahn aufdrehen und die Kühlschranktür öffnen und mich bedienen.

Wir haben so viel und uns geht es gut. Trotzdem haben auch wir Sorgen und Probleme in unserem Leben, mit denen wir zu kämpfen haben. Oftmals lebt es sich mit diesen Herausforderungen aber viel besser mit einem dankbaren Herzen. Lasst uns dankbar für Gottes Gaben und für seinen nie aufhörenden Segen sein!

Lasst uns aber nicht einfach nur bei der Dankbarkeit stehen bleiben, sondern unseren Blick weiter werfen, um zu sehen, wo wir andere Menschen dankbar machen können. Es gibt in allen Ländern dieser Welt Leid und wahrscheinlich ist es für uns schwer, die Hungerkrise in weit entfernten Ländern entscheidend einzudämmen, aber auch wir können hier in unserem Umfeld aktiv werden und unseren Nächsten sehen, um mit ihm oder ihr zu reden, zuzuhören, zu fragen, zu verstehen und so die Sorgen und das Leid anderer ein bisschen besser erträglich zu machen.

Lasst uns in dieser Herbstzeit dankbar auf unser Leben blicken und die kalten und ungemütlichen Tage des Winters dazu nutzen, stille zu werden, um für diese Welt zu bitten und um Besserung zu flehen! Vielleicht kann uns dabei das folgende Lied helfen:

„In der Stille angekommen, werd ich ruhig zum Gebet. Große Worte sind nicht nötig, denn Gott weiß ja, wie’s mir geht.

Danken und Loben, bitten und flehn, Zeit mit Gott verbringen. Die Welt mit offnen Augen sehn. Reden, hören, fragen, verstehn. Zeit mit Gott verbringen. Die Welt mit seinen Augen sehn.

In der Stille angekommen, nehm ich dankbar, was er gibt. Ich darf zu ihm ‚Vater‘ sagen, weil er mich unendlich liebt.

Danken und Loben, bitten und flehn, Zeit mit Gott verbringen. Die Welt mit offnen Augen sehn. Reden, hören, fragen, verstehn. Zeit mit Gott verbringen. Die Welt mit seinen Augen sehn.“

(GHS 120, Strophen 1 und 4)

Filip Kapusta