Angedacht

Foto: Steven van Loy – unsplash

Ich sehe dich! 

Eines Nachts bricht in einem Haus ein Brand aus. Während die Flammen hoch auflodern und sich das Feuer in rasender Geschwindigkeit ausbreiten, stürzen die Eltern und Kinder aus dem Haus. Entsetzt müssen sie mit ansehen, wie ihr Heim, ihr ganzes Hab und Gut ein Raub der Flammen werden.

Plötzlich bemerken sie, dass das jüngste Familienmitglied, ein fünfjähriger Junge, fehlt. Er hatte sich im Augenblick der Flucht vor dem Rauch und den Flammen versteckt. Erschrocken trafen sich die Blicke der Eltern und der Feuerwehrleute, gab es doch keine denkbare Möglichkeit, in das brennende Haus zurück zu kehren. Da bemerkten sie, das sich ein Fenster öffnete aus dem der jüngste Sproß laut um Hilfe rief.

Sein Vater sah ihn, rannte zum Haus und rief laut: „Spring!“ Doch der Junge, die die Hitze der Flammen im Rücken spürend, sah nur Rauch und Flammen. Er hört aber die Stimme des Vaters und schrie aus voller Kehle: „Papa, ich kann dich nicht sehen!“ Mit fester Stimme rief ihm sein Vater zu: „Aber ich sehe dich, und das reicht. Spring!“
Ohne Zögern sprang der Junge und landete heil in den Armen seines Vaters, der ihn mit all seiner Kraft und festen Entschlossenheit aufgefangen hatte.

Immer dann, wenn das Leben in Flammen aufzugehen scheint, wenn uns der trübe Blick von den Rauchschwaden der Not und Angst versperrt wird, ist es der Herr, der uns in seiner ganzen Ruhe, Souveränität und Kraft zuruft: „Spring“! Wie der Vater, der seinem Sohn das rettende „Spring!“ zuruft, lädt Gott uns immer wieder ein, ihm ganz und gar zu vertrauen. Sein liebevolles aber auch eindrückliches „Ich sehe Dich!“ ist sein Angebot an uns. Er wünscht sich nichts mehr, als dass wir den beherzte Schritt, das  Vertrauen, den Sprung zu wagen, vertrauensvoll gehen. 

Manuel Bendig