Angedacht

Aufbruchsstimmung

„Schaut nach vorne, denn ich will etwas Neues tun! Es hat schon begonnen, habt ihr es noch nicht gemerkt? Durch die Wüste will ich eine Straße bauen, Flüsse sollen in der öden Gegend fließen.“ Jesaja 43,19

Das neue Jahr bringt den meisten von uns eine Aufbruchsstimmung. Es ist, als ob auf einmal ein komplett neues Kapitel in unserem Leben beginnt; ein neues ungeschriebenes Blatt, auf dem unsere besten Wünsche groß geschrieben werden. In Wirklichkeit ist der Fluss der Zeit ein Kontinuum ohne Punkt und Komma. Wir, die Menschen, sind diejenigen, die einem gewissen Zeitpunkt eine Bedeutung beimessen. Alles ist eine Frage der Bedeutung und die Bedeutung beginnt in unserem Kopf. Wir entscheiden, wann ein gewisser Moment in der Zeit etwas bedeutet und wann nicht. Wir setzen Akzente in der Woche, wenn wir in unserem Kopf entscheiden, dass der Samstag der Ruhetag ist. Die Seele braucht einen Punkt, einen Anker im Fluss der Zeit, damit sie Kräfte sammelt und neu beginnt. Genau dasselbe geschieht, wenn wir entscheiden, dass ab dem 1. Januar etwas Neues anfängt.

Was beginnt am 1. Januar für dich? Was für eine Bedeutung misst du dem 1. Januar bei? Willst du auch am 1. Januar einen Punkt setzen und etwas Neues anfangen?

In dem oben erwähnten biblischen Text ist Gott selber in Aufbruchsstimmung. Er möchte etwas Neues anfangen und das kommt dem Volk Israel zugute. Seine Vision für die Zukunft übersteigt die menschlichen Vorstellungen und Möglichkeiten: Flüsse in der öden Gegend. Gott enthüllt seine Pläne für die Zukunft einem Volk, das sich bereits am Abgrund befand. Die Wüste, die babylonische Gefangenschaft, war da. Gottes Bild über die Zukunft sollte das Volk Israel durch die schweren Jahre hindurch tragen. Mitten in der Wüste überrascht Gott das Volk Israel durch sein Mitgefühl und seine Fürsorge.

Er muss nicht auf den 1. Januar warten. Sein Versprechen gilt ab sofort. Er möchte gerne unsere innere Wüste in einen fruchtbaren und „wohlbewässerten Garten“ (Jesaja 58) verwandeln. Allerdings ist dieses Versprechen an uns gekoppelt. Es gibt ein „wenn“ in der Erzählung.

„Wenn du in deiner Mitte niemand unterjochst und nicht mit Fingern zeigst und nicht übel redest, sondern den Hungrigen dein Herz finden lässt und den Elenden sättigst, dann wird dein Licht in der Finsternis aufgehen, und dein Dunkel wird sein wie der Mittag. Und der HERR wird dich immerdar führen und dich sättigen in der Dürre und dein Gebein stärken. Und du wirst sein wie ein bewässerter Garten und wie eine Wasserquelle, der es nie an Wasser fehlt.“ (Jesaja 58,9-11)

Oft achten wir verbissen auf die Erfüllung eigener Wünsche und Bedürfnisse. Obwohl wir ganz oben auf unserer Prioritätsliste stehen, lässt das eigene Glück noch auf sich warten. Es scheint so, als ob wir auf der Suche nach Glück nicht die richtige Strategie verwenden.

Gott schlägt uns etwas Neues vor. Versuchen wir es mal anders. Achte im neuen Jahr mehr auf die Nöte und die Wünsche anderer neben dir: Ehepartner, Senioren und Jugendliche in der Gemeinde, Nachbarn, Alleinstehende usw. Lasst uns ab heute ein neues Blatt voll mit Liebe, Freundlichkeit, Güte, Geduld, Frieden und Treue schreiben. Wir brauchen nicht auf den 1. Januar zu warten, damit sich das Blatt wendet. Hier und jetzt kann Gott seine Vision über eine bessere Zukunft in unserem Leben verwirklichen, wenn wir uns auf seine Strategie einlassen.

Costel Cosman