Angedacht

Foto: Manuel Bendig

Sag‘ brav Danke!

Gedanken über das zu Ende gehende Jahr

Nur noch wenige Tage, dann ist auch dieses Jahr abgeschlossen. 12 Monate liegen dann hinter uns. Haben wir am 1. Januar noch gedacht, dass dieses Jahr so unberührt und offen für unsere Wünsch und Pläne vor uns liegt, wird uns in diesen Tagen bewusst, dass es inzwischen nahezu komplett der Geschichte angehört.

An dieser Stelle ist es wieder einmal Zeit, sich den Ereignissen des zu Ende gehenden Jahres zu stellen.

Manch einer ist nun geneigt, all die Dinge zusammenzutragen, die schief gelaufen sind. Dabei hat er/sie das Ziel vor Augen, dass es im kommenden Jahr hoffentlich anders, besser läuft.

Andere sammeln ihre Erfolge, wie Briefmarken. Fein säuberlich nebeneinander im Album der Erinnerungen aufgereiht. Stets bereit mit stolzer Brust die wertvollsten Stücke zu präsentieren.

Während hier und da dankbar die erbrachten Leistungen honoriert werden, wird an anderer Stelle Versagen unter den Teppich gekehrt.

Ach ja, die vielen Dankesreden, ob ehrlich gemeint oder nur der Höflichkeit geschuldet, scheinen auch in diesem Jahr wieder kein Ende zu nehmen.

Wie steht es da um unser Danksagen an den, der über allem steht. Der die Erde in ihren Angeln hält, nicht aufgibt über seine Schöpfung zu wachen?

Paulus schrieb in seinem Brief an die Gemeinde in Ephesus: ‚sagt Gott allezeit Dank für alles…!’ (Eph 5,20) Am Ende eines Jahres, je nach dem, wie gut oder eher schlecht es gelaufen ist, stellt dies durchaus eine enorme Herausforderung an uns dar.

Die Aufforderung zum Danken könnte auch als Gewohnheit empfunden werden, durch die nur noch eine Form gewahrt wird. Getreu der Aufforderung an ein beschenktes Kind: „Sag’ brav danke!“

Wenn wir allerdings bedenken, dass Danken (und loben) keine Einbahnstraße ist, verliert die Empfehlung des Paulus den Beigeschmack der Gewohnheit.

„Wer dankt, bekommt immer mehr zum Danken.“ Hermann von Bezzel unterstreicht mit diesem Wort den o.g. Gedanken des Paulus, der in dem Zusammenhang des Textes von einem Leben spricht, das durch den Geist Gottes erfüllt ist.

Allen Lesern wünsche ich eine gesegnete Zeit des Dankens und Lobens!

Manuel Bendig